Dunkle Jahreszeit und Wildunfall

Die dunkle Jahreszeit hat angebrochen. Nebel und Regen sind dabei einige meteorologische Eigenschaften, welche die Sichtweite erheblich einschränken.

Vor allem in den frühen Morgen- und Abendstunden solltest du zwischen Wald- und Feldzonen besonders vorsichtig unterwegs sein und auf springendes Wild achten. Besonders gefährlich sind neu gebaute Straßen, die durch Waldgebiete führen, da das Wild seinen gewohnten Wechsel beibehält. Taucht ein Reh auf, musst du als FahrerIn mit nachfolgenden Tieren rechnen. Weil Tiere nicht wie menschliche Verkehrsteilnehmer reagieren, ist bei Begegnungen mit Wild richtiges Verhalten angebracht:

• Geschwindigkeit reduzieren, sobald du ein Tier am Straßenrand siehst.
• Bremsbereit bleiben, denn Wild kommt selten allein.
• Nicht ausweichen, denn gefährliche Ausweichmanöver können nicht nur dich, sondern alle anderen Verkehrsteilnehmer beteiligen.
• Stark bremsen, denn ein Zusammenprall ist zumeist unvermeidlich. Ein Zusammenprall ist im Vergleich zum Ausweichen weniger gefährlich.
• Lenkrad gerade halten, damit das Fahrzeug nicht ins Schleudern gerät.
• Hupen und Abblenden, denn Wildtiere neigen dazu beim Anblick von Scheinwerfern zu erstarren. Deshalb Fernlicht ausschalten. Hupe zusätzlich um das Tier zu verscheuchen.

Das Verkehrsschild weist darauf hin, dass sich das Wild verstärkt im Wechsel befindet. Es warnt sozusagen vor Begegnungen bzw. Zusammenstößen mit Wildtieren. Es ist ein Gefahrenzeichen! In §40 Abs. 1 der STVO steht:
„Gefahrzeichen mahnen zu erhöhter Aufmerksamkeit, insbesondere zur Verringerung der Geschwindigkeit im Hinblick auf eine Gefahrsituation.“

Das Gefahrzeichen hat zwar „nur“ eine Warn- bzw. Mahnfunktion, ist aber durchaus mit Pflichten des Kfz-Führers verbunden. Zu §40 STVO muss also der §3 Abs. 1 STVO hinzugezogen werden. Hier heißt es:

„Wer ein Fahrzeug führt, darf nur so schnell fahren, dass das Fahrzeug ständig beherrscht wird. Die Geschwindigkeit ist insbesondere den Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen sowie den persönlichen Fähigkeiten und den Eigenschaften von Fahrzeug und Ladung anzupassen. Beträgt die Sichtweite durch Nebel, Schneefall oder Regen weniger als 50 m, darf nicht schneller als 50 km/h gefahren werden, wenn nicht eine geringere Geschwindigkeit geboten ist. Es darf nur so schnell gefahren werden, dass innerhalb der übersehbaren Strecke gehalten werden kann. Auf Fahrbahnen, die so schmal sind, dass dort entgegenkommende Fahrzeuge gefährdet werden könnten, muss jedoch so langsam gefahren werden, dass mindestens innerhalb der Hälfte der übersehbaren Strecke gehalten werden kann.“

Zu bestimmten Tages- und Jahreszeiten häuft sich die Zahl der Wildwechsel. Besonders in der Dämmerung kreuzen Wildtiere die Wege der Autofahrer. Das liegt daran, dass die Tiere dann auf Nahrungssuche sind. Zwischen 17:00 Uhr abends und 8:00 Uhr morgens solltest du besonders vorsichtig und stets bremsbereit sein. Sehr aktiv sind die Tiere auch während der Brunft- und Paarungszeit, diese sind aber nicht für jedes Wild gleich.

Doch wie geht es weiter, wenn es vielleicht sogar zum Wildunfall kommt?

Ist es trotz aller Vorsicht zu einer Kollision mit einem Tier gekommen, muss die Unfallstelle gesichert und die Polizei informiert werden. Zur eigenen Sicherheit sollte das Tier nicht angefasst werden. Falls es doch nötig sein sollte, um den Unfallort zu sichern, solltest du aufgrund der Tollwutgefahr Schutzhandschuhe verwenden und vorsichtig sein: Unter Umständen können verletzte Tiere aggressiv sein. Sichere die Unfallstelle ordnungsgemäß ab und warte auf das Eintreffen der Polizei und eventuell eines Försters.

• Kontrolliert anhalten, Ruhe bewahren.
• Unfallstelle sichern, Warnblinker und –dreieck, Warnweste anlegen.
• Ggf. Tier entfernen oder mit Warnweste, bzw. –dreieck kenntlich machen.
• Standort bestimmen, z.B. durch Navi oder Tierfund-Kataster-App (tierfund-kataster.de)
• Polizei (Notruf 110)

Tierschutz beachten: Unfälle immer melden, selbst wenn kein sichtbarer Schaden entstanden ist. Markiere die Unfallstelle am Fahrbahnrand (z.B. mit einem weißen Taschentuch oder Warndreieck), damit Jäger geflüchtetes Wild mit speziell ausgebildeten Hunden nachsuchen können.

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