Dichtheitsprüfung, Abwasserprüfungen DIN 1986 30

Dichtheitsprüfung, Abwasserprüfungen DIN 1986-30 ( DIN 1986 Teil 30)

Warum betrifft mich die Dichtigkeitsprüfung?

Grundstückeigentümer sind verantwortlich

Grundstückseigentümer sind dafür verantwortlich, Haushaltsabwasser so zu entsorgen, dass diese nicht die Umwelt beeinflussen. Zum Beispiel darf Abwasser nicht in das Grundwasser gelangen, sonder muss in die Kläranlagen fließen. Die Funktionalität des hauseigenen Abwassersystems muss innerhalb von gesetzlichen Fristen, von zertifiziertem und qualifiziertem Prüfstellenpersonal geprüft werden.

Mieter sind nur teilweise betroffen

Bei einer Dichtheitsprüfung müssen Mieter dem Prüfservice, der vom Hauseigentümer beauftragt wird, Zugang zu den Abwasserleitungen gewähren. Während des Prüfzeitraumes sind dann die Nutzung der Räume und Wasseranlagen wie Duschen, Waschbecken oder Waschmaschinen möglicherweise nur bedingt nutzbar.

Wozu wird Dichtigkeit geprüft?

Zum Schutz der Umwelt
Damit verschmutztes Wasser nicht das umliegende Grundwasser und Trinkwasser verunreinigt, muss ein Abwassersystem vollständig dicht sein. Abwasser darf nicht unkontrolliert abfließen.
Die Gesamtlänge der privaten Abwasserleitungen in Deutschland beträgt mehr als 1,6 Millionen km. Dichtheitsschäden und defekte Rohrleitungen können also die Umwelt stark belasten und das Eindringen von Grundwasser in defekte Leitungen kann die Abflusskanäle der Städte enorm überlasten.

Gesetzliche Vorschriften
Das Gesetz zur Ordnung des Wasserhaushaltes https://www.gesetze-im-internet.de/whg_2009/ __60.html verpflichtet jeden Hauseigentümer als „Betreiber“ der Entwässerungsanlage das Abwassersystem regelmäßig auf Dichtheit zu überprüfen. Je nach Bundesland gibt es erweiterte Vorschriften, die ebenfalls beachtet werden müssen. Fragen Sie hierzu Ihren ortsansässigen Versorger/die Stadtwerke.

Wann muss ich die Dichtheit meines Abwassersystems prüfen lassen?

Erstprüfung
Es wurden Änderungen in der DIN 1986-30:2003-02 vorgenommen. Die Frist für die Erstprüfung vorhandener Grundleitungen bis zum 31.12. wurde gestrichen. Stattdessen wurde eine Zeitspannenregelung eingeführt. Diese orientiert sich am Abnutzungsvorrat von Abwasserleitungen und Schächten.

Wie oft muss eine Dichtheitsprüfung wiederholt werden? Im Wasserschutzgebiet 2: Intervall 5 Jahre
Im Wasserschutzgebiet 3: Intervall 15 Jahre Gewerbliche Abwasseranlagen: Intervall 15 Jahre Häusliche Abwasseranlagen: Intervall 30 Jahre

Wie bereitet man sich auf eine Dichtheitsprüfung vor?

Lassen Sie sich fachlich beraten
Um nicht in eine Kostenfalle zu geraten, ist eine fachliche und qualitative Beratung notwendig. Die Wasserbehörde, das Bauamt oder der Abwasserverband bieten kostenlose Erstberatungen an. Kompetente Fachfirmen aus der Umgebung können bei diesen Einrichtungen angefragt werden. Ebenfalls können Ingenieurbüros helfen, besonders wenn es konkret um eine Sanierung von Abwasserleitungen geht.

Wer führt Dichheitsprüfungen durch?

Mehrere Betroffene und Nachbarschaften
Länder oder Kommunen haben keinerlei finanzielle Angebote, die bei den Dichtheitsprüfungen die Hausbesitzer entlasten. Daher lohnt es sich für Nachbarn, gemeinsam durch eine Beauftragung mehrerer Dichtheitsprüfungen, die Kosten pro Hausbesitzer zu verringern.

Gute Planung und Vorbereitung
Um eine Dichtheitsprüfung ohne Komplikationen durchführen zu können sind Lagepläne, Baupläne des Hauses und Kanalpläne vom Bauamt/Architekten von Vorteil. Revisionsschächte und Rohrleitungen vorab ausfindig zu machen, erleichtert dem Prüfservice vor Ort die Arbeit und spart Zeit. Bekannte Leitungswege können markiert werden und in den Räumen bereits frei erreichbar gemacht werden.

Prüffristen nicht kurz vor knapp planen
Warten Sie nicht bis zur letzten Möglichkeit mit der Dichtheitsprüfung. Die Fachfirmen planen ihre Kapazitäten lange im Voraus. Im Fall einer notwendigen zweiten Prüfung kann die Prüffrist ablaufen. Klären Sie in diesem Fall direkt mit der zuständigen Wasserbehörde die Situation, um rechtlich abgesichert zu sein.

Kann ich die Dichtheitsprüfungen auch selber durchführen? Do it yourself (DIY) – selber prüfen ist nicht ratsam

Erfahrung durch Fachpersonal
Um eine fachlich und zertifizierte Prüfdokumentation vorzeigen zu können, bleibt Ihnen nur die Durchführung der Dichtheitsprüfungen sowie die anschließende Sanierung von einem zertifizierten und fachkundigen Betrieb vornehmen zu lassen. Das Erkennen von Rissen, Brüchen und potentiellen Schäden kann nur durch entsprechende Schulungen erworben werden.
Lassen Sie in diesem Fall die Profis ihre Arbeit machen. Folgeschäden durch mangelnde Umsetzung sind kostspielig und kosten Nerven.

Das Werkzeug von Fachbetrieben
Ohne die passenden Prüfgeräte können Dichtheitsprüfungen nicht durchgeführt werden: – Hochdruck-Spülanlage (100 l/min./150 bar)

  • Schiebekamera (abbiege fähig) mit Dreh-/Schwenkkopftechnik
  • Ortungssender (dient der Lagebestimmung)
  • Videorekorder (digital) mit Datenarchivierung auf USB, CD oder DVD, Digitalkamera

Vorsicht vor Discountangeboten an der Haustür
Gerne spart man durch ein günstiges Angebot Geld für notwendige Maßnahmen wie z.B. eine Dichtheitsprüfung. Allerdings scheint dies das Vorgehen von unseriösen Firmen zu sein, dass im Nachgang Schäden diagnostiziert werden und Mehrstunden auf Rechnung gestellt werden, die Sie dann nicht mehr einschätzen können. An das Vertragswerk sind Sie dann rechtlichen gebunden. Lokale Firmen haben einen Ruf zu verlieren. Wenden Sie sich an diese Prüfstellen. Dort wird vertraulich und ordentlich gearbeitet.

Wie läuft eine optische Dichtheitsprüfung genau ab?

Die Reinigung
Zuerst werden sämtliche Abwasserleitungen vor der Prüfung freigespült. Das geschieht mit Wasserhochdruckgeräten. Spüldüsen reinigen dann über Schächte und Revisionsklappen von innen die Rohre und Leitungen.

Visuelle Inspektion
Mit einer sogenannten Schiebekamera fährt der Prüfer in die Leitungen. So kann das Abwassersystem über einen Bildschirm auf Schäden geprüft werden. Es gibt auch Kameras, die direkt über eine eingebaute Hochdruck-Spüldüse Sandablagerungen freispülen oder verstopfte Leitungen wieder freisetzen können. Der gesamte Vorgang wird als Videomaterial gespeichert. Das dient zur

Dokumentation im Prüfbericht der Dichtheitsprüfung.

Die Dokumentation / Prüfbericht einer Dichtheitsprüfung
Eine fachkundige Dichtheitsprüfung beinhaltet eine vollständige Dokumentation bzw. einen Prüfbericht. Die Prüfstelle, die die Dichtheitsprüfung durchführt, hat die Dokumentation zu übergeben:

  • Dichtheitszertifikat (in Schriftform)
  • Videomaterial der Untersuchung (CD oder DVD)
  • Bestandslageplan
  • Dokumentation von Einzelschäden (Fotos)
  • Protokolle der Untersuchungen (Schächte, Rohre und Kanäle)

Eine optische Prüfung reicht manchmal nicht aus. Es folgt eine Wasserdichtheitsprüfung. Fehlerfrei prüfen
Ein optisch einwandfreies Abwassersystem bedeutet nicht ausschließlich auch ein wasserdichtes Abwassersystem. Sobald der Wasserdruck sich erhöht, kann es sein, dass Mängel durch ausfließendes Wasser entstanden sind. Dadurch, dass bei der Wasserdruckdichtheitsprüfung künstlich ein Wasserstau erzeugt wird und automatisch Druck auf den Leitungen entsteht, kann ein ungewollter Wasserabfluss durch Risse und Löcher festgestellt werden. Die Wasserdichtheitsprüfung ist dann notwendig, wenn durch den Einsatz der Schiebekameras nicht alle Leitungswege des Abwassersystems für eine Dichtheitsmessung erreichbar sind.

Wie wird die Wasserdruckdichtheitsmessung genau durchgeführt?

Das Abwassersystem wird an seiner niedrigsten Stelle verschlossen und jeder einzelne Abschnitt der Leitung wird geflutet. Dann wird ca. eine Viertelstunde lang der Wasserpegel geprüft. Bleibt dieser konstant, sind keine größeren Schäden zu vermuten. Ändert sich der Wasserstand markant, ist von einer undichten Stelle auszugehen an der Wasser in die bodennahe Umgebung fließt. Hier muss unbedingt saniert werden.

Baum- und Pflanzenwurzeln können Abwasserrohre schädigen
Warum Wurzeln ein Abwassersystem schädigen
Grundsätzlich suchen sich Wurzeln Wasserquellen im Boden. Teilweise ist das Wurzelwerk so stark, dass die Verbindungselemente das höchste Potential bieten durchdrängt zu werden. Die Entwässerungsanlagen werden undicht und im schlimmsten Fall kommt es zu Rissen und Undichtigkeiten, die dann saniert werden müssen.

Wie kann gegen dem Schaden durch Wurzelwerk vorgebeugt werden?

Die Gartenplanung und Grünflächenplanung ist ein erster Faktor. Wo keine Wurzeln, da keine potentielle Gefahr.

Pflanzen Sie Bäume und Wurzelpflanzen nicht direkt an oder in der Nähe von Abwasserleitungen/ des Abwasserkanals zur Straße.
Mindestabstand: 1,5 bis 2 Meter

Was kostet eine Dichtheitsprüfung von Abwasserleitungen und Abflusskanälen?

Grundsätzlich sind Preispauschalen nicht aussagekräftig. Die Kosten sind abhängig von Länge und Alter sowie der Bauweise der Leitungen. Je größer das Grundstück/je größer das Haus desto mehr Zeit benötigt der Fachmann der Prüfstelle für die Prüfung.

Ein Einfamilienhaus mit kurzem Weg des Abwasserkanals zur Straße ist weniger Aufwand als ein Mehrfamilienhaus mit Keller und langer Zufahrt zur Straße.

Ohne einen Kontrollschacht ist ein Abwasserkanal weniger einfach zugänglich und erhöht die Kosten schon geringfügig.

Erdarbeiten, Graben öffnen und das direkte Reinigen sind weitere Faktoren, die die Kosten summieren.

Mögliche Strafen bei Nichteinhalten der Dichtheitsprüfung von Abwassersystemen
Es gibt eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Sie eine Mahnung erhalten, sollten Sie nicht pro aktiv die Dichtheitsprüfungsbescheinigungen einreichen. Dann werden Sie aufgefordert, dies unverzüglich nachzuholen. Eine durch das Bauamt beauftragte Zwangsmaßnahme einer Prüfstelle /Fachfirma kann Ihnen unerwünschte Kosten verschaffen und zusätzliche Bußgelder entstehen. Ein mögliches Strafverfahren, eventuelle Schäden in der Abwasserleitung und dadurch verursachte Umweltschäden oder Kanalabflussschäden stellt ein potentielles Strafverfahren dar.

Lesen Sie hier Weiteres nach: https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__324.html

Wie werden defekte Abwasserleitungen nach der Dichtheitsprüfung saniert?

Zuerst muss die Ursache behoben werden. Ein Leitungsschaden kann durch verschieden Faktoren ausgelöst werden. Das Alter, das Material, Verschleiß oder auch Bodengegebenheiten können als Schadenursache erkannt werden. Eine unsachgemäße Errichtung beim Bau oder falsche Nutzung der Abwassersysteme verringert die Nutzungsdauer.

Welche Schäden haben welche Folgen?
Sind bereits im Haus oder im Mauerwerk undichte Leitungen vorhanden, werden die Wände feucht/nass und im schlimmsten Fall entsteht gesundheitsgefährdender Schimmel. Verstopfte Leitungen führen zu einer falschen Druckverteilung und Leitungen können platzen. Das Absacken von Wänden oder eine falsche Statik bringen das Verhältnis der Abwasserleitungen durcheinander. Es fließt nicht wie es fließen soll.
Welche Sanierung ist die richtige nach einer Dichtheitsprüfung?
– Kleine lokale Reparaturen mit minimalen Aufwand
– Wiederherstellungen der gesamten Abwassersystemfunktion durch teilweise Instandsetzung des Altrohres
– Komplette Erneuerung oder Wiederherstellung durch Ersatzrohre